Helden von damals

Veröffentlicht auf von Andreas

Heißt es nicht immer, Baby's und Kinder von heute seien in Watte gepackt? Nun, wenn ich mich so in meinem Bekanntenkreis umschaue scheint es zu stimmen. Da heißt es immer, pass auf , vorsicht, lass das, zu gefährlich ...

Wenn ich das mit meiner Kindheit, der 70er und 80er Generation vergleiche, kann ich wohl froh sein "damals" aufgewachsen zu sein und immer noch zu leben. Denn meine Generation,


saß in Autos ohne Sicherheitsgurte und ohne Airbags. Unsere Bettchen waren angemalt mit Farben voller Blei und Cadmium.

Die Fläschchen aus der Apotheke konnten wir ohne Schwierigkeiten öffnen, genauso wie die Flasche mit Bleichmittel.

Türen und Schränke waren eine ständige Bedrohung für unsere Fingerchen und auf dem Fahrrad trugen wir nie einen Helm.

Wir tranken Wasser aus Wasserhähnen und nicht aus Flaschen.

Wir bauten Wagen aus Seifenkisten und entdeckten während der ersten Fahrt den Hang hinunter, dass wir die Bremsen vergessen hatten. Damit kamen wir nach einigen Unfällen klar..

Wir verließen morgens das Haus zum Spielen. Wir blieben den ganzen Tag weg und mussten erst zu Hause sein, wenn die Straßenlaternen angingen.

Niemand wusste, wo wir waren und wir hatten nicht mal ein Handy dabei!

Wenn wir uns schnitten, Knochen brachen oder Zähne ausschlugen, wurde niemand  deswegen verklagt. Es waren eben Unfälle.

Niemand hatte Schuld außer wir selbst.

Keiner fragte nach "Aufsichtspflicht". Kannst du dich noch an "Unfälle" erinnern?

Wir kämpften und schlugen einander manchmal grün und blau. Damit mussten wir leben, denn es interessierte die Erwachsenen nicht besonders.

Wir aßen Kekse, Brot mit dick Butter, tranken sehr viel Cola und Limo und wurden trotzdem nicht zu dick. Naja, zumindest nicht jeder

Wir tranken mit unseren Freunden aus einer Flasche und niemand starb an den Folgen.

Wir hatten nicht: Playstation, Nintendo 64, X-Box, Videospiele,

64 Fernsehkanäle, Filme auf Video oder DVDs, Surround Sound, eigene Fernseher, Computer oder Internet-Chat-Rooms.

Wir hatten Freunde...

 

Wir gingen einfach raus und trafen sie auf der Straße. Oder wir

marschierten einfach zu deren Heim und klingelten. Manchmal brauchten wir gar nicht klingeln und gingen einfach hinein. Ohne Termin und ohne Wissen unserer gegenseitigen Eltern. Keiner brachte uns und keiner holte uns

Wie war das nur möglich?

Wir dachten uns Spiele aus mit Holzstöcken und Tennisbällen. Außerdem aßen wir Würmer. Naja, nicht jeder.

Und die Prophezeiungen trafen nicht ein:

Die Würmer lebten nicht in unseren Mägen für immer weiter und mit den Stöcken stachen wir auch nicht besonders viele Augen aus.

Beim Straßenfußball durfte nur mitmachen, wer gut war. Wer nicht gut war, musste lernen, mit Enttäuschungen klarzukommen.

Manche Schüler waren nicht so schlau wie andere. Sie rasselten durch Prüfungen und wiederholten Klassen. Das führte damals nicht zu emotionalen Elternabenden oder gar zur Änderung der Leistungsbewertung.

Unsere Taten hatten manchmal Konsequenzen. Das war klar und keiner konnte sich verstecken.

Wenn einer von uns gegen das Gesetz verstoßen hat, war klar, dass die Eltern ihn nicht automatisch aus dem Schlamassel heraushauen.

Im Gegenteil: Sie waren oft der gleichen Meinung wie die Polizei!

So etwas!

 

Unsere Generation hat eine Fülle von innovativen Problemlösern und Erfindern mit Risikobereitschaft hervorgebracht.

Wir hatten Freiheit, Misserfolg, Erfolg und Verantwortung. Mit alldem wussten wir umzugehen!


Früher war's vielleicht nicht immer besser. Es war halt ne andere Zeit, und ich bin froh diese Zeit bewusst erlebt zu haben

Veröffentlicht in Alltag

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